Wundenlecker, Wunderentdecker, Windspielersonnenfeind's Profile Page Bitte lest zunächst die Site "Warum Misanthropie?" bevor ihr Ergänzungen habt oder Kritik übt!

started 06,27,2005 at 6.00pm


  Startseite
  Über...
  Archiv
  Lyrics
  Umfragen
  Verlinkung
  Psalme
  Disclaimer
  Glaubensbekenntnis
  Literatur
  x-raew-redun-x
  Warum Misanthropie?
  Gedankenexperimente
  Sucht
  Mein Buch
  Visual Affection
  Verirrt
  Wortfetischismus
  Sprache und Denken
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Freunde
   
    spacenick

   
    plastikgarten

   
    nacht-am-meer

    - mehr Freunde




  Links
   Good Night White Pride
   Die Frau vom Meer
   Postdisnatal
   Beichtstuhl
   Torture
   Musenmiststück
   Seelennebel
   Did.it.hurt
   Shekaina
   Oldskool
   Spacenick
   Antiprodukt
   Lichtschreiberin
   Dite
   Der Till
   Totgeburt
   Orangenbluetenschale
   Gott
   Promisc
   Silence.Silence
   Krankes Wesen



Was ist die Welt, was ist der Mensch, wie denkt der Mensch, wohin geht der Mensch, was ist die Zeit, gibt es ein Schicksal, gibt es einen Gott, gibt es ein Leben nach dem Tod, was ist ein Wort, was ist Humor, was ist der Tod, was ist das Leben, was ist die Liebe???

http://myblog.de/entartete-worte

Gratis bloggen bei
myblog.de



Der Schlaf und die Insekten

Du bist müde. Ich sehe es dir an. Der Schimmer und der Glanz deiner Augen ist erloschen. Selbst die blutrote Sonne am Ende des Meeres die bald endgültig zu versinken droht spiegelt sich nur matt und leblos in dir.
Nichtmal infernalische Schreie könnten dich wecken. Du breitest deine Arme einfach aus, lässt dich ins Gras der Dünen fallen und lässt deinen Körper vom Dämmerlicht bleichen.
Der Himmel ist klar. Die Nacht bricht an. Die Insekten kommen.
Ein Schwarm feingliedriger Lebewesen, von der Wärme deines Körpers angezogen lässt sich auf dir nieder. Ihre feinen Rüssel durchsuchen dich und deine Kleidung nach Nahrung. So hast du einen Moment lang etwas Sinn denkst du bei dir. Lässt sie gewähren, lässt sie das Festmahl genießen, gönnst ihnen was dir verwehrt blieb den Tag. Ein Tag am Strand an dem du so lange ins Meer geschaut hast bis du bizarre Dinge sahst, Meerjungfrauen die zu dir winkten als deine Augen brannten, schillernd bunte fliegende Fische die für dich sangen als sich durch die Luft schoßen um in den Wellenbergen ihr Grab zu finden. Du hast tausend Tränen vergossen bei dem Versuch deinen Blick nicht abzuwenden, aber das Licht hat gesiegt, es hat dir so grell das Wasser aus den Augen getrieben daß du nun ein Teil des Meeres bist. Und überall auf dir diese flirrenden und flinken und zuckenden Leiber in der Ekstase eines Festmahls.
9.8.11 00:12




Das Gras und der Untergang

Das Gras.
Du betrachtest es mit scharfem Blick.
Fokussierst es, nimmst es endlich als Leben war, wie es sich so sanft im Wind wiegt und Welle für Welle durch die Büschel treibt.
Als streichle jemand zärtlich über die Dünen, wie über die feinen und feinsten Härchen der Haut fährst, sich eine Berührung nur erahnen lässt. Der Inbegriff der bedingungslosen Zärtlichkeit und eisernen Körperkontrolle. Die Vehemenz der der sanften Überwältigung ist unkontrollierbar. Und so sehnt sich wohl auch das Gras nach eine liebevollen Hand wenn der Wind still steht, wenn die Sonne brennt, wenn der Sand knistert.
Hast du dich eigentlich die letzten Tage bewegt? Oh Gott, du lethargischer Knilch, die Dolde deiner traumlosen Erinnerungen hat dich hier am Strand festgehalten, hat dich aus dem Leben gerissen und im Hier und Jetzt verankert. Aber willst du wieder gehen? Oder nicht eher an Ort und Steller vergehen?
5.8.11 22:51


von Steinen und Fleisch

Der Morgen graut. Die Nacht liegt dir noch in den Gliedern, wie Geröll wälzt sich dein Blut durch das Labyrinth deiner Gefäße. Deine Synapsen poltern im ersten Sonnenlicht des Tages. Der Atem geht schwer, er kriecht verstohlen aus deiner Lunge scheint die Welt zu hassen wenn du ihn schon längst wieder in das Gefängnis deiner Lungen zurücksaugst.
Du musst pissen. Stehst auf und gehst ein paar Meter die Dünen entlang, an zivilisatorischen Relikten vorbei, Müll um genau zu sein, aber ein Lächeln huscht über deine versteinerte Fratze als du diesen Euphemismus ausbrütest. Gott ist dein Schwanz kalt und klein geworden. Dieses verfickte Stück Fleisch scheint gar nicht mehr zu deinem Körper zu gehören, aber es kommt warme Pisse raus die dampft in der Morgensonne und irgendwie den Duft von Leben verströmt.
Da, ein Mann mit Hund. Ein verächtlicher Blick und ein Stirnrunzeln. Es prallt an dir ab wie an einer Mauer. Dein Leben ist Stein für Stein zu diesem Kerker geworden und weder du kannst hinaus noch kann jemand hinein. Das Einzige das du tun könntest wäre dir den Weg wie ein Parasit frei zu fressen, heraus aus deinem Fleisch und hinein ins Leben!
4.8.11 20:04


Körper und Boden

Du lässt den Sand durch die Finger rieseln, schaust den Körnern nach wie sie in Ihresgleichen verschwinden, in einem Meer aus plastischem Nichts untergehen.
Die Möwen kreisen wieder. Du beneidest sie. Du begehrst ihre Herrschaft, aber ein Mann muss am Boden bleiben, sagt man.
Dein Parka ist durchweicht und die Kälte kriecht wie ein Schimmer deinen Rücken empor, befruchtet deine Muskeln mit Energie und lässt sie leise zittern. Die Fußabdrücke waren nicht tief genug, sie verblassen nicht einmal wie ein Traum oder eine Erinnerung, sie werden einfach weggespült. Als seien sie nie dagewesen. Deine ganze Existenz scheint jetzt unter deiner Haut zu sitzen und vor Furcht und Einsamkeit sich an dein Herz zu schmiegen.
Auch wenn dein Blick wieder über das Meer schweift, den Horizont streift und trüb und leer anzusehen sein mag, es ist noch Leben in dir.
Warum willst du es nicht einfach aufgeben? Du bist eines der Sandkörner, verschwindest im Meer der Menschen, schwimmst nicht mehr gegen den Strom, verlierst dich darin.
1.8.11 21:47


Silberregenkrebs

Du wachst im Regen auf, erinnerst dich wie er dich einst küsste und es schmerzen die Hiebe die er dir jetzt verpasst.
Du liegst an einem feinporigen Strand, er schimmert warm und weiß. In der Ferne sieht er aus wie unberührte unschuldige Haut.
Der Wind weht weich, die Tropfen prasseln hart.
Ein junges Paar geht vorüber, sie blecken ihre Zähne, ihre Augen strahlen. Ein Geschwulst einer Erinnerung wächst in deinem Kopf. Er schmerzt. Wie lange schon? Welcher Tag ist heute? Lohnt sich es das zu wissen?
Du tastest in deine feuchten Parka nach Tabak und drehst dir eine Zigarette, einen Krüppel voller Vergänglichkeit. Bitter kommt es dir in den Sinn, du würgst den Rauch herunter.
Die Sonne erklimmt immer weiter den verhangenen Himmel, ihre schemenhafte Gestalt presst sich durch die graue Masse.
Du sitzt einfach da, im Sand, im Regen, im Einklang und bläst den Rauch ins Nichts. Die Stimmen des Paares wehen manchmal heran und kitzeln deine Erinnerungen.
29.7.11 19:50


Abendgrauen

Das Licht legt sich hinter den Horizont, der Himmel schimmert matt und bleiern. Ein roter Streifen markiert ein endloses Ziel.
Du hast den Tag über gebetet und geschlafen. Glaubst an nichts und betest, wie lächerlich. Die Erlösung kommt nicht auf leisen Sohlen und holt dich im Schlaf! Trockne endlich deine Augen und gewähre der Einsicht Zugang.
Manchmal hast du das Gefühl die Sonne meidet dich, dein Glück bleibt dir treu weil es dich immer wieder meidet. Nur Regen kann dich etwas aufwecken. Aber an den meisten Tagen durch dir du gehst ist es besser zu schlafen, sich einzureden man träume.
Erinnerst du dich überhaupt noch? An die lange Fahrt, das ungeduldige Bangen, die Gewissheit die du immer wieder beiseite schobst und die sich dir doch immer wieder in jeden Gedanken brannte den du zu fassen versuchtest? Und erinnerst du dich an den ersten Augenblick, an all die Augenblicke danach, an die Stunden die dein welkes Leben wieder zum Erblühen brachten? Du sagst ja, aber ich glaube es dir nicht, oder warte, gehst du etwa an der Erinnerung zugrunde? Oder an der Erkenntnis daß es ein einmaliges Geschenk war wie das Leben selbst?
Fragen über Fragen und ich sehe wie du dich marterst, schlaf gut, die Gosse wartet, wird dich bald umschlingen mit ihren schweren modrigen Düften...
28.7.11 23:38


Dein Herz krampft

Wenn dann endlich der Morgen graut, die kalten, klaren Stunden des Schlafes aus den Gliedern schüttelt ist die Welt eine andere. Jedenfalls glaubst du das.
Du hast begonnen viele Dinge und vielen Dingen zu glauben. Die Grenze zur Realität verschwimmt, so als schau man mit zusammengekniffenen Augen übers Meer auf den Horizont. Unerreichbar und klar an manchen Tagen, an den besseren, an den schlechteren ein Ziel das es zu erreichen gilt. Mit aller Kraft zerrt dich dein großes pochendes Herz dorthin. Ja, es pocht wohl noch, es schlägt nicht mehr, es ist leise geworden in dir drin. Früher hast du in dich hinein gehorcht und hast Träume gefunden die leise sangen und weinten und lachten und tausend andere Dinge die ein Leben lebenswert machen, heute hörst du nur noch das mechanisch Pochen der Maschine die dich am Leben erhält während sie sich rhythmisch und immer und immer wieder (so furchtbar monoton meist) zusammenzieht.

Dein Herz schlägt nicht, es krampft im Takt deines Untergangs!
26.7.11 23:00


Kinder und das Licht

Das schmallippige und hungrige Kind mit dem Feuer der Neugier in den Augen hast du längst am Straßenrand stehengelassen auf deinem Weg.
Du weißt nicht mehr wann das war, nur daß es lange her ist.
Manchmal erinnerst du dich an sein Gesicht, siehst eine Art Spiegel der zerbricht, dessen Scherben den Boden wie weißen Sand aussehen lassen und wenn die Sonne hell genug ist wie ein Meer aus glitzernden und perlenden Funken.
Diese Feuerwerk blendet dich zumeist, aber man gewöhnt sich an alles, nicht wahr?! Du hast gelernt dir zu verzeihen wenn du einen Schritt vorwärts machst und dann in Demut zwei Schritte zurückgehst. Redest dir immer ein du tust das um dir ein Alpha wie du es nennst zu betrachten, den Punkt an dem dein neues Leben begann. Jeden Tag beginnt dein Leben neu, aber es endet immer wieder in irgendeiner kalten Gosse unter ein paar alten Zeitungen, es ist immer wieder kalt und hart, immer wieder einsam und kein Lüftchen weht, keins um deinen Duft von dir wegzutragen...
26.7.11 21:29


Satt, du und ein Leben

Irgendwann hat dein Leben dich einfach satt.
Es möchte dich ausspucken, aber es würgt viel zu sehr an dir. Genauso wie du würgst bei jedem Wort das dir über die Lippen getragen werden soll.
Du bist dann längst eine eklige und aufgequollene Made geworden die sich in misanthropischen Sprüchen ergießt, sich mit literweise billigem Fusel die Leber zefetzt.
Nichts zehrt mehr an dir, die wenigen wachen Momente liegst du im Gras und schaust die Sonne an bis die Augen schmerzen.
Das helle Licht scheint eine Wahrheit in dir zu gebären die, bevor sie gefährlich laut werden könnte, wieder von dir im Suff ertränkt wird.
Das nennt sich genausogut Leben, aber es ist bloß ein weiteratmen.
26.7.11 21:20


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung