Wundenlecker, Wunderentdecker, Windspieler 
Bitte lest zunächst die Site "Warum Misanthropie?" bevor ihr Ergänzungen habt oder Kritik übt!
started 06,27,2005 at 6.00pm
Was ist die Welt, was ist der Mensch, wie denkt der Mensch, wohin geht der Mensch, was ist die Zeit, gibt es ein Schicksal, gibt es einen Gott, gibt es ein Leben nach dem Tod, was ist ein Wort, was ist Humor, was ist der Tod, was ist das Leben, was ist die Liebe???
http://myblog.de/entartete-worte
Gratis bloggen bei myblog.de
|
|
Was soll ich bloß mit all den unnützen Buchstaben im Kopf? Ein knöcherner und fleischiger Sarkophag bin ich für all die ungesagten Worte. Mit breiter Brust schwor ich mir Dinge die ich nicht leben kann. Aber im Moment verwelke ich, nicht nur sprichwörtlich sondern buchstäblich. Die Nahrung verschafft mir nur noch wenig Lust, aus dem Genießer ist ein Kostverächter geworden. Die Kälte zehrt an mir. Was mache ich mir bloß vor? Der Idealist sollte an das Fundament seiner erschütternden Ideale glaube und nicht das tun was er jetzt tut. Denn er weiß nicht was genau er tut. Er schleicht durch den Tag und liegt wach in der Nacht, sieht keine Sterne nur Beton, hört nicht die Stimmen der Seele sondern die jammernde Vernunft. Klag nicht, kämpf. Das war meine Maxime, sie schimmert nut noch silbrig am Horizont, unerreichbar.
|
|
|
Schlitten
Ich habe einen wiederkehrenden Traum, eine kurze verstörende Sequenz. Immer und immer wieder reißt sie mich aus Hypnos' Reich. Ich ziehe den Schlitten einer halbautomatischen Waffe, genieße daß Geräusch und die Perfektion mit der die Bauteile sich ineinander verschieben, bewundere die Präzision. Der Schlitten gleitet so exakt, so sinnlich beinah zurück und schnellt wieder nach vorne. Und dann halte ich mir den Lauf an die Schläfe und wache auf! Ich hatte nie eine Waffe in der Hand, habe vor Jahren eine auf einem Küchentisch bei einem nachmittäglichen Kaffee eines Nachbarn gesehen und dieser tödliche Metallbatzen hat mir gehörigen Respekt eingelößt bis hin zu beginnender Beklemmung. Und dennoch, ich träume immer und immer wieder.
|
|
|
Encore
Auf dem Steg ist es still geworden, die Sonne schwelgt noch in letzten Zügen blutrot über dem mehr. Das Atmen fällt leicht. Unerwartet leicht. So eingenommen von den Wellen um mich herum kann ich klare Gedanken fassen. Nur einen zur gleichen Zeit, aber messerscharf, kristallklar. Ich hole den Tabak aus der Tasche des Parkas und drehe mir eine lockere Zigarette, ich will die salzige Luft schmecken. Die Flamme züngelt und kämpft sogar gegen die leichte Brise an. Das Gas wird leer sein denke ich. Es wird Zeit ein neues zu kaufen. Welche Farbe ich wohl nehmen werde schießt es mir durch den Kopf und ich genieße die Leichtigkeit des Gedankens, die Tatsache daß er mich vollkommen durchdringt und nach einer Antwort schreit aber sobald er sie hat vollkommene Stille in mir zurücklässt. Ich stütze die Arme auf das morsche Geländer und genieße abwechselnd den Duft des Meeres der nichts abgestandenes und fauliges hat und das herbe, von vielen mir unbekannten Kräuternoten durchzogene Aroma des Tabaks. Er schleicht sich manchmal aus meinem Mund und streicht über meine Lippen windet sich sanft schlängelnd in der Luft und vergeht dann mit dem nächsten Atemzug...
|
|
|
|
...so als lebe Werther in Trakls Welt... Es ist schon etwas besonderes wenn die Schwingen sich emporheben. Aber wollen sie das wirklich? Wollen sie alles beobachten ohne daran teilzuaben? Nein, sie wollen die gleiche Luft atmen und vergehen wie alles auf der Welt.
|
|
|
down and out
Es war eine verwirrte Hoffnung, aber es war eine. Ich habe die Zeit genossen, jede Sekunde, und daß weiß ich jetzt schon. Ich brauche dazu keine verklärte Erinnerung. Die Vernunft hat mein Herz besiegt, die Erinnerung hat es begraben und die Weisheit wird es ruhen lassen eine Weile.
|
|
|
yin und yang
Ein Versuch das Motiv zu beschreiben
Das Leben beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod, beides dargestellt in Form des Foetus und des Skeletts. In der Geburt lebt ein wenig Sterben und im Tod ein wenig Leben, das klassische Gut-Böse Prinzip und dessen Durchmischung. Beides ist über die Nabelschnur miteinander verbunden und kann in der vollkommenen Form des Kreises nur koexistieren. Es ist ein ewiger Kreislauf aus Leben und Tod. Kinder sind der Grundstein unsere Gesellschaft und besonders schützenswert, auch das findet sich wieder.
|
|
|
die Götter am Ende des Universums
Der Tag bricht an und schleicht sich unsanft in deine Synapsen. Der nasse, kalte Sand hat dich erneut in diese Welt geboren. Ein Gedanke beginnt dein Dasein zu erobern: man muss etwas hinter sich lassen um voran zu kommen! Aber was hast du an dir, was gehört noch dir was es zu verschenken gäbe? Deine ganze Existenz konzentriert sich auf den einen Atemzug, den du in diesem Moment schweren Herzen tust. Es ist mehr ein Seufzen geworden in den letzten Tagen, das Herz ist dir schwer geworden, so voll mit Erinnerungen. Die Hände auf den Knien und den Kopf darin stützend schweift dein Blick über die Wellen, das Meer. Der Wind streichelt dich, denn niemand sonst täte das. Es gibt keinen Grund diese Gedanken festzuhalten, keinen Sinn den sie im nächsten Augenblick noch ergeben würden. Dennoch, der erste Schritt an diesem Morgen lässt die Vergangenheit hinter dir.
|
|
|
Der Schlaf und die Insekten
Du bist müde. Ich sehe es dir an. Der Schimmer und der Glanz deiner Augen ist erloschen. Selbst die blutrote Sonne am Ende des Meeres die bald endgültig zu versinken droht spiegelt sich nur matt und leblos in dir. Nichtmal infernalische Schreie könnten dich wecken. Du breitest deine Arme einfach aus, lässt dich ins Gras der Dünen fallen und lässt deinen Körper vom Dämmerlicht bleichen. Der Himmel ist klar. Die Nacht bricht an. Die Insekten kommen. Ein Schwarm feingliedriger Lebewesen, von der Wärme deines Körpers angezogen lässt sich auf dir nieder. Ihre feinen Rüssel durchsuchen dich und deine Kleidung nach Nahrung. So hast du einen Moment lang etwas Sinn denkst du bei dir. Lässt sie gewähren, lässt sie das Festmahl genießen, gönnst ihnen was dir verwehrt blieb den Tag. Ein Tag am Strand an dem du so lange ins Meer geschaut hast bis du bizarre Dinge sahst, Meerjungfrauen die zu dir winkten als deine Augen brannten, schillernd bunte fliegende Fische die für dich sangen als sich durch die Luft schoßen um in den Wellenbergen ihr Grab zu finden. Du hast tausend Tränen vergossen bei dem Versuch deinen Blick nicht abzuwenden, aber das Licht hat gesiegt, es hat dir so grell das Wasser aus den Augen getrieben daß du nun ein Teil des Meeres bist. Und überall auf dir diese flirrenden und flinken und zuckenden Leiber in der Ekstase eines Festmahls.
|
|
|
Das Gras und der Untergang
Das Gras. Du betrachtest es mit scharfem Blick. Fokussierst es, nimmst es endlich als Leben war, wie es sich so sanft im Wind wiegt und Welle für Welle durch die Büschel treibt. Als streichle jemand zärtlich über die Dünen, wie über die feinen und feinsten Härchen der Haut fährst, sich eine Berührung nur erahnen lässt. Der Inbegriff der bedingungslosen Zärtlichkeit und eisernen Körperkontrolle. Die Vehemenz der der sanften Überwältigung ist unkontrollierbar. Und so sehnt sich wohl auch das Gras nach eine liebevollen Hand wenn der Wind still steht, wenn die Sonne brennt, wenn der Sand knistert. Hast du dich eigentlich die letzten Tage bewegt? Oh Gott, du lethargischer Knilch, die Dolde deiner traumlosen Erinnerungen hat dich hier am Strand festgehalten, hat dich aus dem Leben gerissen und im Hier und Jetzt verankert. Aber willst du wieder gehen? Oder nicht eher an Ort und Steller vergehen?
|
|
|
[eine Seite weiter]
|